Eine Kräuterspirale ist die ideale Möglichkeit auf relativ wenig Raum eine Großzahl unterschiedlicher Kräuter zu kultivieren. Für viele Hobbygärtner lässt sich so das Kochen mit frischen Zutaten und ohne viel Aufwand ergänzen. Auch optisch ist sie ein echtes individuelles Schmuckstück. Mit ein wenig Know-how, etwas gärtnerischem Geschick, dem notwendigen Material und einem freien Tag können Sie selbst eine Kräuterspirale in Ihrem Garten bauen.

Was genau ist eine Kräuterspirale?

Eine Kräuterspirale ist ein Kräutergarten mit schneckenförmigem, in die Höhe strebendem Verlauf. An der höchsten Stelle erreicht sie mit ca. 80 cm ungefähr die Höhe eines Hochbeets. Aufgrund der spiralförmigen Ausrichtung können vier unterschiedliche Klimazonen abgebildet werden; ein kleiner Teich ergänzt das Ganze idealerweise als natürlicher Feuchtigkeitslieferant. Eine Kräuterspirale kann selbst angelegt oder als Bausatz gekauft werden.

Um eine Kräuterspirale selber zu bauen benötigen Sie:

  •  eine geeignete Stelle in ihrem Garten, idealerweise ca. 7 Quadratmeter groß, sonnig
  •  kleine Holzpflöcke, Schnur oder Kordel, Spaten/Hacke
  •  Natursteine (diese können Sie entweder kaufen oder sammeln) oder Ziegel
  •  Gartenerde, Sand, Kompost
  • Schotter oder grober Kies
  • Teichfolie oder Baubottich/Teichschale

Bauanleitung:

Eine Kräuterspirale anzulegen ist nicht so kompliziert, wie Sie vielleicht denken:

Kräuterspirale selber bauen

Kräuterspirale selber bauen
  • Wenn Sie sich für die entsprechende Stelle in ihrem Garten entschieden haben, stecken Sie mithilfe der Pflöcke und der Schnur/Kordel den Grundriss ab. Die fertige Spirale sollte einen Durchmesser von 2 – 3 Metern haben, damit die Pflanzen sich ideal entfalten können. Größer geht natürlich immer! Der Grundriss muss spiralförmig sein, idealerweise mit mindestens zwei Umdrehungen um die eigene Achse. Wichtig: Das Ende – und auch der künftige Teich – muss Richtung Süden liegen!
  • Nun kommt der Spaten zum Einsatz: Heben Sie das Fundament des „Schneckenhauses“ etwa 30 cm tief aus. Die Stelle für den Teich graben Sie 40 cm tief.
  • Um Staunässe zu vermeiden, wird die künftige Kräuterspirale nun mit einer ca. 10 cm dicken Schicht aus Schotter oder grobem Kies ausgelegt. Sie dient außerdem der Mauer zur Stabilität
  • Nun können Sie mit dem Anlegen der Steine beginnen. Schichten Sie diese spiralförmig entsprechend dem späteren Verlauf der Kräuterspindel. Wenn Sie selbst gesammelte Natursteine verwenden, sollten diese ungefähr faustgroß sein. Achten Sie auf ausreichend Stabilität, auf Mörtel sollten Sie jedoch verzichten. Eine Trockenmauer ist natürlicher und bietet manchen Pflanzen und Kleintieren wie etwa Eidechsen Lebensraum. An der höchsten Stelle sollte die Mauer etwa 80 cm hoch sein, was etwa der Höhe eines Hochbeets entspricht.
  • Die Innenräume der Mauer füllen Sie zunächst mit Schotter, im „Kern“ sollte diese Schicht mindestens 50 cm dick sein und sich zum Teich hin langsam ausdünnen.
  • Nun können Sie mit dem Befüllen des eigentlichen Pflanzenbodens beginnen. Hier orientieren Sie sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Kräuter bzw. entsprechend an den jeweiligen Klimazonen:
    1. Uferzone, feucht-nasser Bereich, teichnah: Sumpferde-
    2. untere, fette Zone: frischer, nährstoffreicher Humus mit Kompost versetzt
    3. neutraler Bereich: Humus, Kompost mit beigemengtem Sand
    4. trockene, mediterrane Zone: trockene Erde, hoher Sandanteil
  • Am Schluss kommt der Teich an die Reihe: Entweder verwenden Sie hierfür einen gekauften Baubottich oder eine entsprechende Teichschale. Alternativ kleiden Sie die Grube mit Teichfolie aus, die Sie an den Rändern mit Steinen befestigen. Unter die Teichfolie tragen Sie zunächst eine Sandschicht von etwa 10 cm auf als Untergrund. Auch auf die Folien können Sie noch einmal einige Zentimeter Sand auftragen, ehe Sie klares Leitungswasser einfüllen. Der Teich ist natürliche Feuchtigkeitsquelle und Insektenbad in einem. Auch Vögel werden es Ihnen bei heißen Temperaturen danken.
  • Mit der Bepflanzung der Kräuterspirale sollten Sie sich noch mindestens eine Woche Zeit lassen, bis sich die Erde gesetzt hat. Eventuell ist hier auch nochmal ein Nachfüllen notwendig.

Kräuterspirale selbst gebautKräuterspirale im Garten

 

Die Kräuterspirale bepflanzen:

Aufgrund der vier abgebildeten klimatischen Zonen der Kräuterspirale können Sie viele unterschiedliche Pflanzen setzen:

Feuchtzone (unterste Zone): Pfefferminze, Brunnenkresse, Wasserminze, Kalmus

Fette Zone: Borretsch, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Liebstöckel, Estragon, Kerbel, Basilikum

Normale Zone: Koriander, Zitronenmelisse, Kapuzinerkresse, Pimpinelle,

Trockene, mediterrane Zone: Lavendel, Bohnenkraut, Ysop, Oregano, Salbei, Majoran, Rosmarin, Currykraut, Thymian

Achten Sie bei der Bepflanzung darauf, dass größere Kräuter kleineren nicht das Licht nehmen. Manche Arten wie z. B. Pfefferminze neigen dazu zu wuchern und müssen ein wenig „gebremst“ werden zwischendurch.

Selbstverständlich können Sie die Kräuterspirale auch mit reinen Blühpflanzen ergänzen oder besetzen.

Kräuterspirale bepflanzt

Eine Kräuterspirale kaufen

Wenn Sie sich für den Kauf einer Kräuterspirale entscheiden, stehen Ihnen verschiedene Bausätze zur Auswahl. Als Materialien werden Holz, Terracotta, Stein oder Cortenstahl in Edelrostoptik verwendet. Bei guter Pflege sind diese Kräuterspiralen langlebig und robust und genauso schön und nützlich wie selbstgebaute Varianten. Außerdem können diese Bausätze auch auf Balkon und Terrasse zum Einsatz kommen und sind in der Regel problemlos ohne Werkzeug aufzustellen.